18
Oktober
2010

Dreieinigkeit

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Die Dreifaltigkeit gilt als eins der schwersten Teilgebiete der christlichen Theologie. Die Kenntnis der Trinität (lat. trinitas), so der theologische Fachausdruck, ist sowohl wichtig fürs Verständnis der Bibel, als auch zum Schutz vor falschen Behauptungen von Seiten der Nichtchristen. Ein falsches Verständnis dieser Lehre führt zu verdrehten Ansichten, wie der Behauptung, Christen beteten drei Götter an, von denen einer sogar eine Mutter hätte und geboren sein würde.

Der Versuch die christliche Theologie als unvollkommen zu brandmarken geschieht meist über diese falsche Vorstellung. Ein Christ sollte sich daher mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.

Geschichtliche Entwicklung

Das Wort Trinität stammt nicht aus der Bibel und wurde als erstes in seiner lateinischen Bezeichnung “trinitas” von Tertullian ( um 200 n. Chr) in diesem Zusammenhang geprägt. Er war es auch, Der die Manifestation des Vaters, des Sohnes und des Geistes als “Persona” beschrieb. Dieser formulierte auch den Satz “Eine göttliche Substanz in drei Personen” (lat.: una substantia-tres personae * ) und ergänzend dazu:” die drei sind eins, nicht einer” (lat.: tres anum sunt, non unus *) Tertullian gab zwar die weitreichendste, aber nicht die erste Formulierung seiner Zeit.

So schrieb Clemens von Rom in seinem 1. Clemensbrief (ca. 96 n. Chr.) “So wahr Gott lebt, und der Herr Jesus Christus lebt, und der Heilige Geist.”

Auch Justin der Märtyrer (100-165 n. Chr) und Irenäus von Lyon (ca. 1880 n. Chr) verfassten Schriften, in denen sie die göttliche Dreifaltigkeit erwähnten, wenn auch nicht so benannten.

Es mussten allerdings fast 100 Jahre vergehen, bis das konstanttenopelsche Konzil 381 die Lehre des drei einigen Gottes; des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, in Person in gleich ewiger und vollkommener Weise und gleichen Wesens zu offiziellen Lehre der Kirche machte.

Diesem Konzil, wie könnte es kirchenhistorisch auch anders sein, ging abermals ein Konzil zuvor. 325 fand das Konzil von Nizäa statt, das die Ansichten des Arius (ca. 250-336) “Jesus als Urgeschöpft Gottes” als Irrlehre ablehnte.

Die Kritik

Erstens: die Vorstellung der Existenz eines Gottes in drei Personen, die allesamt die vollständige, allumfassende Gottheit in sich tragen, also unterschiedlich und dennoch gleich sind, ist logisch nicht begründbar und daher abzulehnen.

Das logische Argument ist nur schwer von der Hand zu weisen, aber in seiner Art hier nicht angebracht. Mit Logik ist eine kausale Logik, meist die mathematische, gemeint. Diese entspricht dem Prinzip: Aus …-> folgt … Frage ich Sie, ob Sie in ihrem Handeln immer logisch sind, müssen Sie das verneinen. Nur Maschinen und Roboter Folgen einer solchen Logik.

Da Gottes Wesen Allwissend und unergründlich ist, ist auch seine Logik mit beschränkten Mitteln nicht erfassbar. Es ist nur zu einfach, Nichtverstandendes als falsch zu kennzeichnen und damit abtun zu wollen.

Doch wie lässt sich die Existenz der göttlichen Dreifaltigkeit anschaulich machen? Erstaunlicherweise ist das gar nicht so schwer. Ein Modell hierfür findet sich in der Natur. So hat Wasser (wie jedes andere Element auch) drei Aggregatzustände: fest, flüssig und gasförmig. Jeder dieser Zustände lässt sich in die anderen überführen, besitzt, und so heiß es physikalisch korrekt, einen Phasenübergang in den anderen, von Flüssigkeit zu Gas, Gas zu Eis, Eis ins Flüssige und andersherum. Obwohl alle Aggregatzustände völlig unterschiedliche Eigenschaften haben, sind sie dennoch die selbe Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff (H2O).

Zweitens: beim Vater, Jesus und dem Geiste handelt es sich nicht um eigenständige Personen, sondern um personifizierte Eigenschaften des Wesens eines Gottes. Der Unterschied ist deutlich: Während wir an einen Gott in drei Personen glauben, wäre dies der Glaube an einen Gott mit eben den Eigenschaften oder Erscheinungsbild des Vaters, des Jesus und des Heiligen Geistes.

Jesus ist Gott und war Mensch

Hierfür sprechen diese Verse:

Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus,
(Die Bibel, 1. Timotheus 2,5)

und

Im Anfang war das Wort1, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
(Die Bibel, Johannes 1,1)

Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig;
(Die Bibel, Kolosser 2,9)

Diese drei Verse genügen, um zu belegen, dass Jesus vollständig Gott und vollständig Mensch war. Wäre er nur einen Teil Gottes, wäre es nicht die ganze Fülle der Gottheit. Eine Eigenschaft oder auch nur ein Erscheinungsbild decken nicht das vollkommene Wesen ab. So kann man sagen, dass jeder Mensch Liebe in größeren oder geringem Maße empfindet, aber keiner lässt sich allein durch Liebe charakterisieren oder sich durch sie beschreiben, eben weil es die Summe aller Eigenschaften ist, die einen Menschen definiert und Liebe nur eine von ihnen ist.

Jesus war Mensch (1. Timotheus 2,5) Mitgefühl, einem Willen und einen verstand, aber er ist auch Gott, sogar der Schöpfer.

Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.
(Die Bibel, Johannes 1,3)

- und das, wie Kolosser 2,9 zeigt, in vollkommener Weise. Somit ist er mehr, als die Personifikation einer oder mehrerer Eigenschaften eines Gottes.

Wir haben nun gezeigt, dass Jesus in vollkommener Weise Gott ist und sich trotzdem als Person, die Mensch wurde, begreifen lässt.

Der Heilige Geist ist Gott

Jesus bezeichnet den Heiligen Geist als einen Fürsprecher oder Beistand. Er ist also jemand, eine Person, die einem zur Seite steht.

Dieser Heilige Geist wird sogar die Welt von Sünde und Gerechtigkeit und Gericht überführen.

Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht;
(Die Bibel, Johannes 16,8)

“Und wenn jener kommt” steht dort geschrieben, dies setzt implizit eine Person voraus. Ich will nicht abstreiten, dass es möglich ist, diesen Vers unter dem Aspekt einer kommenden personifizierten Eigenschaft zu verstehen, doch bedarf es hierfür einiger Interpretation, da die Vorstellung des Autors dieses Evangeliums, und dies ist intuitiv nachvollziehbar, den Heiligen Geist als Person Begriff. Nicht nur Johannes, auch Paulus spricht vom Kommen des Heiligen Geistes, wenn auch in anderen Zusammenhängen. Paulus beschreibt im achten Kapitel des Römerbriefes die Hoffnung der kommenden Herrlichkeit und schreibt im Vers 26, dass eben dieser Heilige Geist uns in unserer Schwachheit zu Hilfe kommt.

Doch er ist mehr, als einfach nur eine Person, er ist Gott in ebenfalls vollkommener Weise.

1. Mose 1. beschreibt die Entstehung der Welt und erwähnt den über die Welt schwebenden Geist, somit war dieser ebenfalls, als Dritter im Bunde, an der Entstehung beteiligt. Abermals ist es aber Paulus, der uns einen weiteren Baustein zur Begründung der Dreifaltigkeit liefert. Dieser nennt den Geist in:

Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
(Die Bibel, 2. Korinther 3,17)

Und meint damit wohl die entsprechende Gottheit des Geistes. Der Geist ist also Gott und wird auch als solches bezeichnet, ist aber gleichzeitig eine Person (wenn auch nicht wie Jesus, in menschlicher Gestalt).

Fazit

Anhand einiger Textstellen, auch wenn die Bibel noch ungleich mehr Stellen aufweist, lässt sich zeigen, dass die Trinität zwar als Wort nicht explizit in der Bibel erwähnt wurde, sie aber aus ihr hervorgeht, dass sich sowohl der Vater, als auch Jesus und der Geist als Personen begreifen und trotzdem die vollkommene Fülle Gottes repräsentieren.

Nicht betrachtet habe ich hierbei sogar die Beziehungen untereinander. So ehrt beispielsweise jeder den anderen und auch ihre Auftreten und ihre Aufgaben sind unterschiedlich.

Doch schon aus der isolierten Betrachtung geht meines Erachtens nach die Trinität hervor.

Und auch wenn man an ihr Zweifeln sollte, so ist unumstößlich: Jesus wurde Mensch und ist Gott in allumfassender Weise, gleich wie es der Vater ist.

Artikel von Kamill E.

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Comments (2)

  • Steffen Werner Hofmann
    21. September 2011 at 01:28 |

    Lieber Kamill E.

    Wasser ist eins der vier Elemente der Materie, ansonsten eine Verbindung und es ist gesetzlos.
    Nicht ungeschickt, der Versuch, daß Unerforschliche zur Person zu deklarieren. Die Personifizierungen folgen der üblichen Praxis von Personendichtung und wenns die Aggregatzustände sind um manzipatorisch der Person habhaft zu werden. Ein gescheiterter Versuch die Dichotomie des Demiurgen zu verklären, der das Chaos verwaltet.

    Viele Grüße

    SWH

  • timo
    22. November 2011 at 12:19 |

    tolle seite

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