12
Dezember
2010

Lebensgeschichte von Judith – Mein Herr

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Ich bin Judith und mein Leben, bevor ich zu Gott gefunden habe oder besser bevor ich die Tür zu Jesus geöffnet habe, an die er klopft, war geprägt von, ganz grob gesagt, Verwirrtheit.In meinem dritten und vierten Semester an der Uni, also vor ungefähr zwei bis 1,5 Jahren litt ich an akuten Depressionen, war nicht mehr im Stande wirklich zu arbeiten und schaffte dennoch mehr als so manch anderer Student. Ich bin sehr ehrgeizig, will alles erreichen, was ich nur erreichen kann und das nur aus mir heraus. Ich werde es allen Skeptikern zeigen, das war mein Motto. Ich war auf der Hauptschule, machte dort meinen Realschulabschluss und ging anschließend zum Gymnasium und verließ dieses mit dem Abitur, danach landete ich dann in Pb an der Uni. Und mein Ziel war es stets mein Examen zu machen, Lehrerin zu werden, aber auch um zu zeigen, ihr habt mich unterschätzt. Ein Symptom meiner Verwirrtheit – Paranoia. Hinzu kamen Ängste, ob ich es wirklich schaffen kann, ob ich mich nicht überschätzt habe, ob das überhaupt einen Sinn macht, sich so an zu strengen, wenn man doch auch wohlhabend heiraten kann und wenn man Tod ist, interessiert es eh keinen mehr. Aber ich musste es mir und den anderen, beweisen.

Depressionen so überstanden auch mit Therapie, aber die Gedanken hörten nicht auf. Und vor einem ¾ Jahr wurden diese wieder stärker. Mein Kopf war am Rennen. Ein Kommilitone malte mal solch einen Kopf mit Beinen dran, irgendwie musste ich lachen, aber genau das war meine akute Situation.

Warum ich über Gott nachgedacht habe, welche Impulse gab es? Meine Bekehrung?

Im letzten Semester, als mein Kopf am Rennen war, lernte ich in einem Seminar jemanden aus dieser Gemeinde kennen. Und als ich schließlich mich dafür entschied, so ungefähr im Mai, Juni, nach Pb zu ziehen, erkundigte ich mich, welche Gemeinden es hier denn gibt. Und dann landete ich auf der Homepage der christlichen Gemeinschaft PB. Ich las die drei Zeugnisse, die dort abgebildet waren und eines davon, war halt das meines Kommilitonen. Ich persönlich fand es etwas erschreckend und schrieb ihn darauf an und schließlich kamen wir ins Gespräch und er lud mich zu einem Bibelkreis ein. Ich lernte dort aufgeschlossene, nette, herzliche Christen kennen, die so geduldig mit wir waren und immer noch sind. Irgendwann ging ich zur Oase und da war es genau dasselbe Bild. Beeindruckend, denn ist nicht wirklich alltäglich, dass man solchen Menschen begegnet. Und diese redeten ständig über Gott, Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Ich lernte viel in dieser Gemeinschaft, begriff allmählich, was Jesus für uns getan hat, denn so richtig hatte ich es zuvor nicht verstanden.

Nach und nach begegnete ich dem HERRN. Ich hatte immer große Angst durch die Dunkelheit zu gehen oder durch Unterführung zu müssen, war für mich ein graus. Diese Ängste hat mir der Vater genommen. Der ausschlaggebende Punkt kam durch einen Abend in der Oase Mitte Oktober. Es wurde zu dem Thema an diesem Tag ein Film gezeigt. Dieser hieß „6000 Punkte für den Himmel“. Ganz kurz dargestellt, ging es darum, dass die Hauptperson die freie Eintrittskarte durch Jesus Christus hätte bekommen können, diese hatte er aber zu Lebzeiten ausgeschlagen. Somit musste er nun 6000 Punkte durch gute Taten sammeln, die er begangen hatte. Dies ist jedoch unmöglich. Im Laufe des Abends habe ich mich noch mit einigen über diesen Film unterhalten. Unter anderem auch mit meinem Kommilitonen. Aber ich konnte ihm nicht mit Sicherheit sagen, dass ich diese freie Eintrittskarte bekommen würde und versuchte ein wenig drum herum zu reden. Meine Unsicherheit musste mir aber regelrecht auf der Stirn geschrieben worden sein. Und dann meinte er, ich solle mal Paulus Brief an die Römer lesen. Das war für mich ein innerlicher Kampf. Ich bin zuvor immer durch die Bibel gesprungen und wollte nun vorne weiter machen, wo ich schon begonnen hatte mit 1. Mose.

Samstag Vormittag saß ich an einer Arbeit für die Uni und zum Mittag wechselte ich meinen Platz aufs Sofa. Auf meinem Couchtisch lag meine Bibel. Ich war noch am Essen, aber innerlich kribbelte es, liest du es jetzt oder liest du es nicht. Schließlich stellte ich einige Minuten später meinen Teller weg und schlug das Wort Gottes auf. Natürlich begann ich nicht da, wo ich zuletzt aufgehört hatte, sondern schlug den Brief an die Römer auf. Dadurch begriff ich erst wirklich, was Jesus für uns getan hat. Es war eine sehr emotionale Sache für mich, die Tränen kullerten mir nur so die Wange herab. Schließlich ging ich ins Gebet zu Gott. Ich bat ihm um die Vergebung meiner Sünden und mir war so, als hätte mich jemand in den Arm genommen.

Mein Leben mit Gott

Ich möchte mein Leben voll und ganz in Gottes Hand legen. Er allein weiß, was ich richtig für mich ist. Ich will den Weg gehen, den er für mich vorbestimmt hat. In meinen Gebeten bitte ich ihn darum, dass ich mit ihm Wandeln kann. Das er voraus geht und ich bei ihm sein und ihm folgen darf.

Wenn sich mein Leben überschlägt, ist er meine Ruhe und Zuflucht. Bei ihm fühl ich mich so sicher und geborgen. Er gibt mir so viel bereits dadurch, dass ich ihm von allem erzählen kann, dass er sowohl in guter als auch in schlechter Zeit bei mir ist und mich nicht alleine lässt.

Bin ich rastlos, so ist er meine Reise, er begleitet mich auf all meinen Wegen, wofür ich unbeschreiblich dankbar bin. Und selbst wenn mich die innere Zerrissenheit überfällt, es in mir beginnt zu schreien und ich das Gefühl habe, dass alles zusammenbricht, so ist er bei mir, mein HERR.

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