23
Mai
2012

Lebensgeschichte von Mary – Gott sei Dank!

Warum ich hier stehe?

Weil ich Gott allein die Ehre geben und euch erzählen möchte, wie großartig er ist, und was er für ein wunder an mir getan hat.

Warum ich hier stehe?

Weil Jesus Christus, der lebendige Sohn des lebendigen Gottes, mich gerettet hat.

warum ich hier stehe?

Weil ich dem Herrn danken möchte, für alles was er an mir getan hat. Wir haben wirklich einen wunderbaren Gott! Er ist einfach toll!

Am 04. Dezember 2011 ist in der Gemeinde in Lichtenau ein Taufgottesdienst und ich möchte mich dort gerne taufen lassen. Und jetzt erzähle ich euch, wieso, weshalb, warum:

Also: Ich heiße Mary und wohne in Bielefeld. Letztes Jahr, genauer gesagt im Frühjahr 2010 brach für mich meine kleine Welt zusammen. Mein Freund, mit dem ich 17 Jahre zusammen war, hatte sich entschlossen, sich von mir zu trennen und hatte sich neu verliebt. Ich wusste nicht mehr ein noch aus. Es war einfach schrecklich. Die wohl furchtbarste Zeit meines Lebens brach für mich an. Es ist wirklich schwer, wenn der Mensch, dem man am meisten vertraut hat und mit dem man so viele Jahre verbracht hat, sich entscheidet zu gehen. Für mich war es so, als sei er gestorben. Ich gab in meiner Verzweiflung und Traurigkeit eine Traueranzeige in einer lokalen Zeitung auf, um irgendwie meine Trauer und meinen Schmerz über diesen Verlust auszudrücken. Ich glaube, keiner hat so richtig verstanden, warum ich das gemacht habe – Ich vielleicht auch nicht? Aber Gott sah all das Leid und all den Kummer und er kümmerte sich. Ich möchte an dieser Stelle zum besseren Verständnis einschieben, dass ich aus einem gläubigen Elternhaus komme.

Als Kind und Teenie ging ich in der Baptistengemeinde in Detmold ein und aus und wusste somit schon einiges von Gott, Jesus Christus und der Bibel. Ich habe auch immer geglaubt, dass es diesen Gott der Bibel gibt. aber wie hat die holländische Evangelistin Corrie Ten Boom einmal gesagt: “Gott hat keine Enkelkinder, er hat nur Kinder”. Und das stimmt.

Ja, wie geht die Geschichte denn nun weiter?

Ich hatte die Jahreslosung des letzten Jahres aus Johannes 14,1 mit in die Anzeige drucken lassen:

“Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!”

Ach wie gerne wollte ich doch glauben, dass es einen Gott gibt, der mir irgendwie helfen könnte. Aber mein Herz war zutiefst erschreckt und verletzt. Doch Gott wusste um alles. Ich hatte mir dann nach vielen Wochen, es war bereits August geworden, endlich einmal vorgenommen, die Eltern meines ehemaligen Freundes in Pivitsheide zu besuchen. Eine lange Zeit war ins Land gegangen, seit ich die beiden das letzte Mal gesehen und gesprochen hatte. Ich kam um die Mittagszeit in Pivitsheide an und dachte mir: “Fahr erst mal ein Stück weiter zu freunden, die beiden halten bestimmt ihren Mittagsschlaf”. Gedacht, getan. Meine Freunde waren gerade im Begriff aufzubrechen, um sich mit ihren Kindern den Kussler Ball Umzug anzuschauen und fragten, ob ich mit wolle. Der Kussler Ball ist wie ein Karnevalsumzug, mit Traktoren, verschiedenen Vereinen, Kamelle werfen und Tschingderrassa-bum. Also wirklich Lust hatte ich keine. Das Wetter war bescheiden und auf Umzüge solcher art habe ich noch nie gestanden. Aber, ich wollte ja ein wenig Zeit überbrücken. Also bin ich mitgekommen. Ich stehe also an besagtem kalten und nassen Sommertag in Pivitsheide am Straßenrand rum, und schaue mir mit wenig Begeisterung eine merkwürdig bunte Parade, mit merkwürdig aufgesetzt “locker fröhlich” Leuten an und frage mich, was ich hier eigentlich verloren habe… Aber Gott war da und kümmerte sich auf seine ganz eigene Art und Weise. Er hat ja immer ein perfektes Timing. Gott ließ einen umzugswagen der Freien evangelischen Gemeinde Pivitsheide direkt vor meinen Füssen zum Halten kommen, mit der fetten Aufschrift:

GOTT SEI DANK!

Und dann schmissen die Leute von dem Wagen auch noch christliche Kamelle und Traktate schwungvoll herunter. Ich stand da nur und dachte: “Tolle Wurst. Wofür sollst du Gott denn bitteschön jetzt auch noch danken? So schrecklich wie jetzt alles ist – Schrecklicher kann`s doch wohl kaum mehr kommen.” Aber es wurde für mich in den nächsten Monaten schlimmer und schrecklicher. Ich versank in meinen Ängsten, meiner Einsamkeit, meiner Traurigkeit und meiner Hoffnungslosigkeit. Ich habe eine Therapie begonnen, nahm ein paar Wochen Antidepressiva, um wenigstens nachts zur Ruhe zu kommen. Ich besuchte Gottesdienste in Bielefeld, durfte bei guten Freunden für zwei Monate wohnen und hatte Menschen, die mich versucht haben aufzufangen, und sich meine Nöte anzunehmen. Das war alles gut so. Aber geholfen hat es nicht wirklich.

Wisst ihr, die Zeit heilt keine wunden. Sie macht sie vielleicht erträglicher, mehr aber auch nicht. Und tief in meinem inneren wusste ich das auch. Man kann sich nicht einfach an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. “Kein Mensch kann dir helfen, keiner. Du bist ganz allein auf dieser Welt”, so dachte ich. Dass ich nicht alleine auf dieser Welt bin, und es auch nie war, weiß ich erst jetzt. Und dass mir wirklich kein Freund, niemand aus meiner Familie, keine Therapie und auch sonst nichts helfen konnte, weiß ich auch erst jetzt.

Am 1. Dezember erreichte ich dann den totalen Tiefpunkt. Ich war nur noch traurig, einsam und verzweifelt. Ich hielt diese Seelenqualen einfach nicht mehr länger aus und dachte ernsthaft über Selbstmord nach.

Es war mir wie König David in Psalm 32,4

“Denn deine Hand lag schwer auf mir, so dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird.”

Ich googelte mich durchs Netz, auf der Suche nach einer Möglichkeit mich umzubringen. Angst hatte ich allerdings schon davor… Doch noch länger so weiterleben ging auch nicht mehr.

Und was tat Gott?

Er war da und kümmerte sich auf seine Art…

Über etliche Suchbegriffe landete ich in der ersten Dezembernacht durch irgendein Stichwort auf der Internet Seite “gottesbotschaft.de” und las mir dort durch, was die Bibel über Selbstmord und das Leben nach dem Tod sagt. Ja, und was ich dort las hat gesessen und mich davon abgehalten, meinen plan in die Tat umzusetzen. Mir war auf einmal ganz klar, dass ich vor meinen Problemen nicht davon laufen kann, und der Selbstmord keine Lösung ist, denn nach dem Tod geht es weiter. Die Frage ist nur: Wo? Ich habe noch in der gleichen Nacht das Seelsorge Angebot der Christen, die diese Seite betreiben in Anspruch genommen und per Mail meine Nöte einer Seelsorgerin anvertraut. Am nächsten Tag erhielt ich prompt Antwort und eine liebevolle, hilfreiche und mit Hoffnung gespickte Korrespondenz begann. (Bis heute habe ich noch Mail Kontakt zu dieser lieben Christin). Und was super war, ich fand über diese Internet Seite den Zugang zu vielen sehr guten Predigten der evangelischen Freikirche in Riedlingen. Ich hörte mir viele, viele predigten von Jakob Tscharntke an, durch die Gott zu mir redete. Genau wie es in Römer 10,17 heißt:

“Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.”

Und was tat Gott?

Zeitgleich zu meinem Tiefpunkt Anfang Dezember, legte Gott es meinem Schwager aufs Herz, mich dem gebetskreis seiner Gemeinde, als gebetsanliegen anzubefehlen. Und diese netten Menschen in Detmold fingen an für mich zu beten.

Und was tat Gott?

Er schickte mir Silvester vor einer Kirche im Schwarzwald einen alten Mann über den weg, der mir einfach so Gottes Segen wünschte, was mein Herz erfreute und dem ich ebenso Gottes Segen wünschte. Es war nur eine Kleinigkeit, die mich aber hoffen lies, dass Gott da ist.

Und was tat Gott?

Gut zehn Tage später, in den frühen Morgenstunden des 10. Januar rette er mein Leben. Ich fuhr mit dem Auto von Freunden aus Lage zurück nach Hause. Irgendwie wollte ich noch nicht wieder in der leeren Wohnung sein, und kreuzte eine ganze Zeit lang, hin und her durch das nächtliche Bielefeld. Schließlich parkte ich das Auto in der Garage, schaltete licht und Motor aus und wusste, dass ich nicht mehr länger vor Gott davon laufen konnte. Gott verlangte nach einer Antwort und ich wollte sie ihm endlich geben. Dort im dunklen Auto, in der dunklen Garage, wurde es endlich, endlich hell in meinem Leben.

Ich brachte all meine Schuld, all meinen Lebens Müll, all meine Sünden, all meine Lasten, all meine Traurigkeit und Einsamkeit mit einem klopfenden und bußfertigem herzen und unter Tränen, im Gebet, zu dem Einzigen, der mir wirklich helfen konnte, bat ihn um Vergebung und bat ihn von nun an der Herr meines Lebens zu werden. Und zum Schluss habe ich noch danke gesagt. und was dann geschah, das steht in Johannes 8,36:

” Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.”

Wow!!!

Ich kann es bezeugen. Gott hat mir durch seinen Sohn Jesus Christus all meine schuld, meinen ganzen Lebens Müll und all meine Sünden, die mich so lange von ihm getrennt hatten, vergeben. Das ist unglaublich – aber wahr! Der Herr Jesus hat in einem Augenblick meine komplette Vergangenheit ausgelöscht. Ich stieg aus meinem Auto aus und war ein freier Mensch. Und die Tränen der Trauer verwandelten sich in Freudentränen.

Ich wurde ein freier Mensch, Weil ich meine riesige Schuldenlast, die ich vor Gott und den Menschen hatte, und die mich schier zu erdrücken drohte, an den abgeben durfte, der sie mir wirklich für immer abgenommen hat:

Der lebendige Sohn des lebendigen Gottes – Jesus Christus. Er starb stellvertretend für mich und jeden Menschen der jemals gelebt hat, lebt und noch leben wird, um uns Menschen mit Gott wieder zu versöhnen – Und Jesus lebt, und rettet Menschen vom ewigen Tod zum ewigen Leben.

Darum kann ich sagen, wie es in 2. Korintherbrief 5,20 heißt:

“So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!”

Womit habe ich das alles verdient?

Ich habe es nicht verdient. Das war und ist reine Gnade. Die folgenden Verse habe ich in einem Buch gelesen und finde sie so treffend:

Was ist Gnade?

Mit Jesus begraben in den Tod, und doch nie den Tod sehen wie er. Das ist Gnade!

Was ist Gnade?

Mit Jesus auferstanden zu neuem Leben, und es doch nicht verdient zu haben. Das ist Gnade!

Was ist Gnade?

Dieses unglaubliche Geschenk glauben zu können. Das ist Gnade!

Und die Vergebung durch diesen wunderbaren Herrn und Erlöser lässt einen Menschen so richtig froh und fröhlich werden.

Und die Folgen meiner Schuld, an denen ich so lange gelitten habe, hat Gott mir auch genommen:

Meine Einsamkeit hat sich in Luft aufgelöst. Ich bin zwar alleine in meiner Wohnung, aber nicht mehr einsam. Gott ist da. Er füllt all die Lücken in meinem Herzen aus. Meine Traurigkeit ist endlich verschwunden. Die Ängste und Depris sind weg. Ich bin zum ersten Mal wirklich glücklich in meinem Leben. Ich bin geliebt, gewollt und angenommen.

Außerdem hat Gott mir auch noch ganz, ganz deutlich gemacht, dass mein zu Hause nicht auf dieser Erde ist, sondern dass ich hier auf der Durchreise bin und einmal ganz sicher in meinem eigentlichen zu Hause, bei ihm in der Ewigkeit ankommen werde. Was ist das doch für eine wunderschöne, lebendige Hoffnung und Zuversicht. Was für ein Trost.

Am liebsten hätte ich gleich “meinen Koffer gepackt” und wäre in mein Heimatland gereist… Aber – darüber habe ich nicht zu entscheiden – und das ist auch gut so.

Was in Psalm 30, 12-13 steht, hat Gott wunderbar für mich getan:

“Du hast meine Trauer in einen tanz voller Freude verwandelt. du hast mir die Trauer Gewänder ausgezogen und mir Freude geschenkt, damit ich dich preise und nicht schweige. Herr, mein Gott, für immer will ich dir danken!”

Ich konnte meinem früheren Freund vergeben, weil Jesus mir alles vergeben hat. aus mir heraus hätte ich das nicht gekonnt.

Ich habe versucht nicht bitter zu werden und keinen groll in meinem Herzen zu hegen. Es ging nicht. Das kann nur geschehen, wenn man selber echte Vergebung erfahren hat – und das habe ich. Ich habe mich wirklich aufrichtig gefreut, ihn in seiner neuen Wohnung in die Arme schließen zu dürfen und auch seiner neuen Freundin mit Freude und Frieden im Herzen zu begegnen.

Ja, der Herr Jesus ist wahrlich der Friedefürst unseres Lebens und der ganzen Welt – Wenn wir ihn denn wollen. Ich kann von ganzem Herzen sagen:

GOTT SEI DANK!

Gott sei Dank, dass Gott all das schwere und alles leid in meinem Leben zugelassen hat, damit ich endlich in seine Arme laufe und sein Kind werde. Gott ist zu seinem Ziel gekommen – der Rettung eines Menschen vom ewigen Tod zum ewigen Leben. Ich habe früher immer gesagt: “Ich möchte einen Lebens Designer.” Jetzt habe ich den besten bekommen, den man sich nur wünschen kann.

Und warum ich mich taufen lassen möchte, fragt ihr? Weil ich der sichtbaren und der unsichtbaren Welt bezeugen möchte, wohin ich gehöre: zu Jesus Christus, der mich erlöst hat. Außerdem möchte ich das tun, was der Herr von mir möchte: Gehorsam sein und mich taufen lassen. Eigentlich ganz einfach. :)

Ich danke euch, dass ihr mir eure Ohren jetzt so lange geliehen habt und wünsche jedem einzelnen Gottes reichen Segen.

Mary

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